Lehrende

Tesfaye-Urgessa

Tesfaye Urgessa
Dozent im Fachbereich Malerei

Was ist die eindrücklichste Erinnerung an das eigene Studium?
Die Exkursionen, die wir in in- und ausländische Städte gemacht haben.

Was sollte jedem Kunststudenten mit auf den Weg gegeben werden?
Den Mut sich zu trauen, immer weiter zu experimentieren, und eine Menge Techniken, damit anzufangen.

Meine Kunstauffassung
Ich versuche immer so zu malen, wie ich zu einem Freund spreche, mit dem ich alles teilen kann. Als Maler lasse ich mich, wenn ich ins Atelier gehe, jeden Tag aufs Neue von dem überraschen, was während des Schaffensprozesses passiert. Es macht mir nichts aus, keine geordneten Gedanken oder Ideen zu haben, während ich arbeite – auch wenn ich sie bereitwillig annehme, wenn sie sich ergeben. Für mich basiert der ganze Prozess des Malens darauf, aus eigener Erfahrung zu wissen, dass es nichts gibt, was ich malen kann, das nicht in irgendeiner Weise mit mir selbst und meinem Umfeld zu tun hat.

Lehrverständnis an der FKN
In meinem zweisemestrigen Seminar „Grundlagen der Malerei“, beschäftigen die Studierenden sich zunächst mit verschiedenen Materialien und Grundtechniken der Malerei. Sie erlernen den Umgang mit unterschiedlichen Farben. Begonnen wird mit Aquarellfarbe und anderen wasserlöslichen Farben. Es folgen das Malen mit Acryl und zu guter Letzt die Ölmalerei. Die Studenten experimentieren mit den verschiedenen Medien und erlernen gleichzeitig die einzelnen Grundtechniken und Methoden der Malerei.

Zwei davon lassen sich besonders gut in all den erlernten Arten der Malerei anwenden: Die „Nass-in-Nass-Technik“ und die „Lasur“, bei der mit mehreren Schichten gearbeitet wird. Durch eigenes Experimentieren lernen die Studenten die besonderen Eigenschaften der einzelnen Materialien kennen. Gleichzeitig sehen sie, welche Materialien welche Anwendung erfordern und für welchen Zweck sie besonders geeignet sind. Papier, Leinwand und Holz müssen jeweils individuell vorbereitet werden für die verschiedenen Maltechniken. Auch die Auswahl des richtigen bzw. besonders geeigneten Pinsels für jedes Medium muss durch eigenes Anwenden erlernt werden.

Im zweiten Teil des Kurses lernen die Studierenden, wie man aus Pigmenten eigene Tempra, Acryl- und Ölfarben herstellen kann. Anschließend erhalten sie eine kurze Einführung in die Farbtheorie, Elemente der Kunst bzw. in der Malerei und Prinzipien der Komposition. Am Ende des Semesters werden die Studenten ermutigt ihre eigenen Kompositionen zu machen, um ihre eigene künstlerische Kreativität zu entwickeln. Dadurch sind sie nach den Kursen bereit, sich mit ihren eigenen Themen und Interessensgebieten zu beschäftigen und somit auf dem Weg bzw. im Prozess zu mehr Selbständigkeit beim Produzieren ihrer Kunst.

Biografie
* 8. September 1983 in Addis Abeba (Äthiopien)
2000–02 Studium an der Addis Abeba Technical School; Diplom Technisches Zeichnen
2002–06 Studium an der Addis Abeba University school of fine arts and design; Bachelor in Kunsterziehung
2009–14 Studium an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Stuttgart bei Prof. Cordula Güdemann

Ausstellungen (Auswahl)
2013 Doppelgänger, Schacher – Raum für Kunst, Stuttgart
2014 Leibeigenschaften, Schacher – Raum für Kunst, Stuttgart
2015 Art Karlsruhe, Messe-Halle 4, Stand R09, Karlsruhe (mit Galerie Schacher – Raum für Kunst)
22. Bundes-Wettbewerb, Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus, Bundeskunsthalle, Bonn
’Untitled‘ Galerie K, Köln

Frühere Lehraufträge
2006–09 Dozent an der Addis Abeba Universität für Kunst und Design