Lehrende

Birgit_Wiesenhütter

Was ist die eindrücklichste Erinnerung an das eigene Studium?
Im Kunstgeschichtsstudium hat man viel mit Abbildungen von Kunstwerken zu tun. Die Arbeit mit Originalen ist dagegen ganz anders. Diesen Unterschied zu begreifen, diese Energie der Originale, die schwer zu beschreiben ist, zu erfahren, war für mich im Studium (und danach) sehr eindrücklich.

Was sollte jedem Kunststudenten mit auf den Weg gegeben werden?
Vertrauen in sich selbst … neben all den Zweifeln, die einen begleiten werden.
Schließlich stellt man eine Behauptung auf, wenn man Kunst schafft. Da braucht man schon eine gewisse Standhaftigkeit. Mut wäre auch nicht schlecht, ist aber vermutlich schon vorhanden, wenn man diesen Weg geht.

Kunstauffassung
Kunst ist die Welt gesehen durch die Augen eines anderen. – Man kann über diesen Satz lange nachdenken und diskutieren – und das wäre ganz in meinem Sinne.

Lehrverständnis an der FKN
Die Frage, die sich hier stellt, ist: Warum sollen sich angehende Künstlerinnen und Künstler überhaupt mit Kunstgeschichte beschäftigen?
Antwort: Weil ein Wissen darüber, was in ihrem Tätigkeitsfeld schon getan, gedacht, gewagt und diskutiert worden ist, nützlich und wichtig für sie ist. Im besten Fall regt es die theoretische Reflexion des eigenen Tuns und eine Ortsbestimmung des eigenen künstlerischen Schaffens an.

Dieser Auseinandersetzung möchte ich eine Grundlage geben. Es geht mir vor allem um ein Verständnis für Entwicklungen, Fragestellungen, Zusammenhänge und Konzepte in der Geschichte der Kunst und die reflektierende Herangehensweise an ein Kunstwerk.

„Sehen an sich ist ein Nachdenken über die Welt.“ hat Wolfgang Tillmans treffend formuliert. Sehen ist Voraussetzung zum Schaffen, aber auch zur Rezeption von Kunst. Deshalb müssen wir vor allem viele Kunstwerke gemeinsam anschauen.

 

Biographie

*1972 in Kassel, aufgewachsen im Großraum Stuttgart.

Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Würzburg, Freiburg und Florenz.

Das Thema der Magisterarbeit „Objekt versus Farbe. Die Farbe im Spätwerk Cézannes“ markiert ein besonderes Interesse für Malerei, Koloritgeschichte und die Wurzeln der Moderne.

Erfahrung in der Verlags-, Archiv-, Ausstellungs- und Museumsarbeit

2002-2003 Lehrtätigkeit an der Freien Hochschule für Grafik-Design und Bildende Kunst Freiburg

Seit 2005 freiberufliche Tätigkeit im Großraum Stuttgart, u.a.: Staatsgalerie Stuttgart, Kunstmuseum Stuttgart, Stiftung Ruoff (Nürtingen)

2016/17 fortbildendes Studium an der Univ. Freiburg zum Thema Bildung und Vermittlung in Museen